Das fanatische Hobby
Teil 1: Today
In der neuen Wohnung hatte ich, nach Studentenzimmer, 16qm Wohnzimmer und einem Wohnzimmer mit leicht ungeeignetem Grundriss, endlich die Möglichkeit mir ein Heinkino nach meinen Vorstellungen recht kompromisslos einzurichten. Die Geräte hatte ich zunächst komplett aus dem alten Wohnzimmer übernommen, daran gibts ja auch fast nichts auszusetzen - nur der Fernseher wirkte jetzt etwas klein. Von daher wurde der Fernseher mittlerweile ausgetauscht, die Xbox 360 wurde gegen eine Version mit HDMI Ausgang getauscht, ein HDMI Switch angeschafft und zur Krönung noch ein BluRay-Player :-)

Das Wohnzimmer ist ca. 5m breit und 5,5m lang, also schön gross. Ich hatte auch überlegt die Anlage um Beamer und Leinwand zu erweitern, aber das ganze wäre dann zu kostspielig geworden. Ok, ein Beamer mit Leinwand ist noch bezahlbar, aber der Fernseher hätte dann bleiben müssen (für den "Alltag"), und das hätte dann mit dem Wunsch "jede Bildquelle auf Beamer und Fernseher sehen können" kollidiert. Da hätte man mit YUV- bzw. HDMI Umschaltern arbeiten müssen, die in der fernbedienbaren Variante schon recht teuer sind. Wenn man die Teile dann auch noch mit 2 Ausgängen haben will wirds unbezahlbar :-) Von daher musste der 47" Fernseher erstmal reichen.
Aber gut, was habe ich jetzt hier in dem Heimkino? Zunächst mal die nackten Fakten - die aktuelle Geräteliste:
- Myryad MDP 500 AC3/DTS Vorstufe
- Acurus 125x5 Endstufe
- Sony SCD-XB780 QS SACD Player
- Sony DVP-NS92V DVD Player
- Sony ST-SDB900 QS Tuner
- Eigenbau HTPC
- Microsoft XBOX 360 (Falcon)
- Kathrein UFS-910si (HDTV Satreceiver)
- Maqma 5:1 HDMI-Umschalter
- Toshiba 47Z3030D LCD Fernseher
- Pronto TSU-3000 Fernbedienung
- ispeak Speaker 1 Frontlautsprecher
- ispeak Centro Center (mit dem ScanSpeak-Hochtöner der Speaker 1)
- ispeak Entro Rears
- WireWorld Orbit III+ Lautsprecherkabel (Front, Center)
- WireWorld Orbit III+ Chinchkabel (zwischen Vor- und Endstufe)
- Intertechno Funksteckdosen
- HAMA LED-Leisten
- diverse Kleinteile, Adapter und Kabel :-)

Insgesamt sind über 115 Meter Netzwerk-, Video-, Antennen-, Lautsprecher- und Stromkabel verbaut. Ein Teil des Chaos is auf den Bildern zu sehen - da musste eine Lösung her. Ein Kabelkanal war ausreichend für die Netzwerk- und Lautsprecherkabel nach hinten, aber Baumarkt-Kabelkanäle die ganze Steckdosenleisten und das XBOX 360 Netzteil verstecken können gibt es nicht, bzw. sie sehen potthässlich aus. Der
Tischler unseres Vertrauens hatte dann die Lösung: Eine Kabelverkleidung aus Holz, die man auch gleich fuer den Fernseher an der Wand verwenden kann. Passend dazu wurde dann das weisse Rack angefertigt. Alles in allem ist ganze jetzt ganz gut gelungen, nur der Fernseher wird vermutlich gegen Ende des Jahres gegen ein etwas größeres Modell getauscht. So wollte ich mein Heimkino im Grunde schon immer haben: Schlicht, elegant, kein Kabelverhau sondern gemütlich und zum Geniessen. Die Lautsprecher sind auch weiterhin die ispeak-Modelle: Die teilaktiven Frontlautsprecher die direkt einen Subwoofer überflüssig machen, der modifizierte Center, und die passenden Rears. Der Center stammt eigentlich aus einer anderen Baureihe, wurde aber durch Verwendung der identischen Hoch- und Tief/Mitteltöner wie in den Front-Lautsprechern sowie Anpassungen an der Weiche entsprechend modifiziert. Das sollte eigentlich auch noch mit den Rears passieren, ist aber durch
unglückliche Umstände leider wohl nicht mehr möglich.
Teil 2: Paderborn 1Der Weg zum jetzigen Heimkino hat vor mehr als 10 Jahren angefangen, mit dem Umzug nach Paderborn um dort mein Studium anzutreten. Kurz zuvor hatte sich mein Vater eine neue Stereoanlage gekauft, eine richtig gut klingende Kombination aus Cyrus-Elektronik und
Audio Physic Lautsprechern. Damals habe ich erstmal gemerkt wie deutlich Unterschiede bei Anlagen sein können, und wie gut auch kleine Lautsprecher klingen können (sofern sie nicht von Bose sind).
Ich stattete also dem lokalen Bestwiger Hifi-Studio einen Besuch ab, traf einen genialen Verkäufer und kaufte meine erste Heimkino-Anlage. Bei den Boxen fiel die Wahl schnell auf die B&W 6er Reihe, zunächst mit 601er Regalboxen als Front und einem CC6 Center. Die Planung war die 601er später einmal als Rears verwenden zu können und durch 604er Standboxen zu ersetzen. An Elektronik kam ein Yamaha Dolby Surround Verstärker samt passendem Tuner und CD-Player ins Haus, für die Bildwiedergabe waren ein HiFi-tauglicher VHS Recorder und ein 55cm 4:3 Fernseher zuständig. Von DVD war damals noch keine Rede, Laserdisc war zu teuer und als Rears mussten dann erstmal die Regalboxen der alten Aiwa-Anlage herhalten. Später wurden diese dann gegen NAD Dipole getauscht, und dann stand auch schon fast der erste Umzug an.
Teil 3: Paderborn 2Bei dem Umzug wanderte die Anlage zunächst 1:1 mit, aber so langsam kam das Thema DVD in den USA auf. Spätestens als hier die ersten 3 DVDs im Mediamarkt zu kaufen waren musste eine Abspielmöglichkeit her, zunächst in Form einer Creative Encore DXR2 Karte für den PC samt passendem DVD-Laufwerk. Daraus ergab sich dann auch direkt der Bedarf für einen neuen Receiver, die Wahl fiel schnell auf einen Sony 925er Dolby Digital-Receiver. So machte das ganze dann direkt mehr Spass. In kurzer Folge kamen dann aber noch ein REL Q100e Subwoofer dazu (sehr zur Freude der Vermieterin), ein Sony DVP 725 DVD-Player sowie ein sauschwerer 82cm 16:9 Fernseher von Sony. Damit war in der kleinen Stundentenbude schon recht viel Technik versammelt, aber es sollte sich noch alles steigern lassen.

In dieser Zeit bildete sich auch eine kleine Szene von Heimkino-Fans in Paderborn, man hat sich eigentlich einmal die Woche zum Filme schauen, Erfahrungsaustausch und Bierchen trinken getroffen. Auch der IRC-Channel
#heimkino wurde in dieser Zeit gegründet.
Es ergab sich dann eine Möglichkeit relativ günstig an gebrauchte Audio Physic Boxen zu kommen, und so einen gewaltigen Schritt in Richtung High-End zu machen. Immerhin war das ja auch die Firma deren Lautsprecher den ganzen Fanatismus bei mir ausgelöst hatten - zunächst mussten also die B&W 601er weichen und einem ausgewachsenen Pärchen Audio Physic Tempo II Edition in Vogelaugenahorn Platz machen. Damit habe ich natürlich wieder eine Kettenreaktion in Gang gesetzt - das Ziel war ja wieder ein homogenes Klangbild zu bekommen. Das wichtigste hier war natürlich der Center, auch hier musste der B&W CC6 einem Audio Physic Celsius Center weichen. Abschliessend waren dann die NAD Rears dran, als Ersatz gab es hier zwei völlig unterforderte Audio Physic Step SLE Regalboxen, und zu guter letzt dann noch einen Audio Physic Luna Subwoofer.

Im Lautsprecherbereich war damit das letzte Wort gesprochen, aber man merkte jetzt doch deutlich das der Receiver arg überfordert war. Ein Besuch bei TonArt in Paderborn, der Laden von Jo war mittlerweile zu meinem "Stammlokal" geworden (leider mittlerweile geschlossen - an mir kann es nicht gelegen haben), führte zum Kauf einer Myrad MDP-500 AC3/DTS Vorstufe und einer 6-Kanal Rotel Endstufe. Diese Kombination war nicht nur im Heimkino-Bereich überzeugend, sondern auch bei Stereo-Ton richtig gut. Wie es halt so ist, wenn man einmal anfängt sich mit einem Hobby ausgiebig zu beschäftigen wird man zum Perfektionisten. Aber was solls, andere versenken wesentlich mehr Geld in ihren Autos, mein Hobby ist halt HiFi und Heimkino.
Teil 4: BestwigNach geraumer Zeit stand dann wieder ein Umzug an, diesmal heim ins Sauerland. Das ganze war einfach näher am Arbeitsplatz, und irgendwann muss man auch aus der Studentenbude raus - so schön die WG-Zeiten in Paderborn auch waren.
Der Gerätefuhrpark wurde zunächst komplett übernommen, das ganze wirkte jedoch schon wesentlich stimmiger als in der kleinen Studentenbude. Dank eines Ebay-Schnäppchens konnte ich die Rotel-Endstufe gegen ein Acurus-"Kraftwerk" tauschen. Die grösseren Reserven der 5*125 Watt Endstufe gegenueber der 6*50 Watt Rotel machen sich schon bemerkbar.

Eine XBox fand auch noch den Weg in mein Wohnzimmer, ich war das Zocken am PC irgendwie leid. Eine Konsole ist mittelfristig günstiger, trotz höherer Spielepreise - und dazu kommt das man sich keine Gedanken über Hardware, Kompatibilität und Performance machen muss. Spiel einlegen und ab gehts.

Ein Freund wagte dann den Sprung in die HighEnd-Welt, was dazu führte das wir mehrere Tage lang alle möglichen Geräte an einem Pärchen Audio Physic Avanti 2 ausprobiert haben. Ihm waren dann aber die "Folgekosten" zu hoch, er hätte die ganze Elektronik austauschen müssen. Trotzdem war es eine nette Testsession :-)
Teil 5: Warburg 1Ich bin nur am umziehen, oder? Durch die Kündigung eines Arbeitskollegen ergab sich die Chance an einen anderen Standort meines damaligen Arbeitgebers zu wechseln, und das dazu zu nutzen mit meiner Freundin zusammenzuziehen. Das muss man ausnutzen!

Das Wohnzimmer war zwar nicht so optimal vom Grundriss her, aber es ging dann doch. Auf Sat-TV musste ich auch verzichten und fiel zurück in die dunkle Welt des analogen Kabel TVs. Zu allem Überfluss klangen die Audio Physic Tempos in der neuen Wohnung absolut bescheiden, eine stand offenbar zu sehr in der Ecke und dröhnte ohne Ende. Verschliessen des Bassreflexrohres brachte auch keine Besserung, aber zum Glück war die Rettung nicht weit: ispeak! Unter diesem Namen baute mein Stamm-Hifi-Dealer (siehe Paderborn 1) nach einem mehrjährigen Zwischenspiel als Mädchen für alles bei Audio Physic unter diesem Firmennamen seine eigenen Lautsprecher.

Er gab mir das erste "seriennahe" Modell seines teilaktiven Lautsprechers zum Testen, und es spielte meine Kombination von Audio Physic Tempo 2 Edition mit dem Luna Subwoofer direkt an die Wand. Da dröhnte nix, der Klang (Stereo) war umwerfend. Auch deutlich teurere Modelle von Audio Physic die ich bisher so gehört habe konnten da nicht mithalten. Das dumme dabei war jetzt nur: jetzt ging der Center völlig unter - aus der Mitte klang es nur noch dumpf.
Ein paar Monate später hatte Michael dann eine komplette Baureihe von Lautsprechern fertig, die jedoch preislich und qualitativ unter den Standlautsprechern die ich schon hatte angesiedelt waren. Er hat dann aber im Center einen identischen Hochtöner eingebaut und die Weiche etwas angepasst, und schon passte die Front wunderbar zusammen. Die Rears wurden dann auch noch ausgetauscht, hier haben wir aber erstmal auf den Umbau der
Hochtöner verzichtet. Ein homogenes Klangbild ergibt das ganze trotzdem, eine Empfehlung zum Testen ist hier die Anfangssequenz von Desperado oder der Drachen der während einer Unterhaltung in Dragonheart im Kreis um den Zuschauer fliegt.
In dieser Zeit habe ich auch die Komponenten der Anlage gegen silberne getauscht, und auch den guten alten Röhrenfernseher gegen einen Toshiba LCD Fernseher getauscht... jetzt macht auch die XBox360 viel mehr Spass :-)
Teil 6: Warburg 2Hier gibts nicht mehr viel zu sagen :-) Die Technik ist, bis auf die Funksteckdosen, auf dem Stand von "Warburg 1". Gut, das LAN ist noch komplett auf Gigabit umgebaut worden, aber das gehört ja nur periphär zum Thema Heimkino. Die aktuellen Fotos vom Wohnzimmer gabs ja schon ganz zu Beginn, und das einzige was in den nächsten Monaten geplant ist: ein neuer größerer Fernseher muss her :-)