1996 bis 2002

 

Der Weg zum jetzigen Heimkino hat vor mehr als 15 Jahren angefangen, mit dem Umzug nach Paderborn um dort mein Studium anzutreten. Kurz zuvor hatte sich mein Vater eine neue Stereoanlage gekauft, eine richtig gut klingende Kombination aus Cyrus-Elektronik und Audio Physic Lautsprechern. Damals habe ich erstmal gemerkt wie deutlich Unterschiede bei Anlagen sein können, und wie gut auch kleine Lautsprecher klingen können (sofern sie nicht von Bose sind).

Ich stattete also dem lokalen Bestwiger Hifi-Studio einen Besuch ab, traf einen genialen Verkäufer und kaufte meine erste Heimkino-Anlage. Bei den Boxen fiel die Wahl schnell auf die B&W 6er Reihe, zunächst mit 601er Regalboxen als Front und einem CC6 Center. Die Planung war die 601er später einmal als Rears verwenden zu können und durch 604er Standboxen zu ersetzen. An Elektronik kam ein Yamaha Dolby Surround Verstärker samt passendem Tuner und CD-Player ins Haus, für die Bildwiedergabe waren ein HiFi-tauglicher VHS Recorder und ein 55cm 4:3 Fernseher zuständig. Von DVD war damals noch keine Rede, Laserdisc war zu teuer und als Rears mussten dann erstmal die Regalboxen der alten Aiwa-Anlage herhalten. Später wurden diese dann gegen NAD Dipole getauscht, und dann stand auch schon fast der erste Umzug an.

Bei dem Umzug wanderte die Anlage zunächst 1:1 mit, aber so langsam kam das Thema DVD in den USA auf. Spätestens als hier die ersten 3 DVDs im Mediamarkt zu kaufen waren musste eine Abspielmöglichkeit her, zunächst in Form einer Creative Encore DXR2 Karte für den PC samt passendem DVD-Laufwerk. Daraus ergab sich dann auch direkt der Bedarf für einen neuen Receiver, die Wahl fiel schnell auf einen Sony 925er Dolby Digital-Receiver. So machte das ganze dann direkt mehr Spass. In kurzer Folge kamen dann aber noch ein REL Q100e Subwoofer dazu (sehr zur Freude der Vermieterin), ein Sony DVP 725 DVD-Player sowie ein sauschwerer 82cm 16:9 Fernseher von Sony. Damit war in der kleinen Stundentenbude schon recht viel Technik versammelt, aber es sollte sich noch alles steigern lassen.

In dieser Zeit bildete sich auch eine kleine Szene von Heimkino-Fans in Paderborn, man hat sich eigentlich einmal die Woche zum Filme schauen, Erfahrungsaustausch und Bierchen trinken getroffen. Auch der IRC-Channel #heimkino wurde in dieser Zeit gegründet.

Es ergab sich dann eine Möglichkeit relativ günstig an gebrauchte Audio Physic Boxen zu kommen, und so einen gewaltigen Schritt in Richtung High-End zu machen. Immerhin war das ja auch die Firma deren Lautsprecher den ganzen Fanatismus bei mir ausgelöst hatten – zunächst mussten also die B&W 601er weichen und einem ausgewachsenen Pärchen Audio Physic Tempo II Edition in Vogelaugenahorn Platz machen. Damit habe ich natürlich wieder eine Kettenreaktion in Gang gesetzt – das Ziel war ja wieder ein homogenes Klangbild zu bekommen. Das wichtigste hier war natürlich der Center, auch hier musste der B&W CC6 einem Audio Physic Celsius Center weichen. Abschliessend waren dann die NAD Rears dran, als Ersatz gab es hier zwei völlig unterforderte Audio Physic Step SLE Regalboxen, und zu guter letzt dann noch einen Audio Physic Luna Subwoofer.

Im Lautsprecherbereich war damit das letzte Wort gesprochen, aber man merkte jetzt doch deutlich das der Receiver arg überfordert war. Ein Besuch bei TonArt in Paderborn, der Laden von Jo war mittlerweile zu meinem “Stammlokal” geworden (leider mittlerweile geschlossen – an mir kann es nicht gelegen haben), führte zum Kauf einer Myrad MDP-500 AC3/DTS Vorstufe und einer 6-Kanal Rotel Endstufe. Diese Kombination war nicht nur im Heimkino-Bereich überzeugend, sondern auch bei Stereo-Ton richtig gut. Wie es halt so ist, wenn man einmal anfängt sich mit einem Hobby ausgiebig zu beschäftigen wird man zum Perfektionisten. Aber was solls, andere versenken wesentlich mehr Geld in ihren Autos, mein Hobby ist halt HiFi und Heimkino.