HTPC (September 2007)

 

So, nachdem der HTPC jetzt den letzten Feinschliff hinter sich hat schreib ich die Erfahrungen die sich bisher quer durchs Blog verteilt haben geordnet auf eine Seite…

In der neuen Wohnung wollte ich ein HTPC-System haben mit dem ich nicht nur alle möglichen Audio/Video/Bildformate abspielen und anzeigen kann, sondern auch den alten HDD-Recorder ersetzt. Das ganze sollte dann auch noch ausbaufähig auf HDTV-Empfang und -Wiedergabe sein, und auch noch Multi-Room-fähig sein. Da meine Systeme eh auf Linux laufen war die Entscheidung für MythTV als Software-Lösung schnell getroffen. Erste Tests mit einem alten PC liefen sehr gut, also fing ich an die Hardware zu planen…

Glücklicherweise hatte ich schon einen Linux-Server für Routing, File- und Fax-Server. Hier mussten dann nur zwei DVB-S Karten rein und das MythTV-Backend eingerichtet werden. MythTV ist wirklich kommerziellen Lösungen weit überlegen, die vielen Plugins und Features erschlagen einen fast. Wirklich eine gelungene Gesamtlösung für ein MediaCenter, und das kostenlos.

Für die Notebooks gibt es diverse Clients für Linux und auch Windows, über die man z.B. Live-TV oder aufgenommene Sendungen anschauen kann. Für den Fernseher im Schlafzimmer bot sich eine alte XBox an, und im Wohnzimmer steht dann ein ausgewachsener HD-fähiger HTPC. Details zur Linux-Konfiguration finden sich in der Computer-Kategorie.

Ich habe eine ganze Weile nach den für mich idealen Hardware-Komponenten gesucht, einige Fehlkäufe gemacht (Details erspare ich euch hier, sucht im Blog…), und am Ende dann bei folgender Liste gelandet:

Mainboard: Abit AN-2MHD
CPU: AMD Athlon64 X2 5000+ EE
CPU Kühler: Scythe Ninja Mini
Ram: 2 * Aeneon 512 MB DDR2-800
Festplatte: Western Digital Caviar SE16 250GB
DVD-Brenner: Samsung SH-S183L (LS) SATA
Gehäuse: Antec Fusion
Gehäuselüfter: 2 * Scythe SFlex800
Netzteil: be quiet Straight Power 350 Watt
Tastatur/Maus: Sharkoon Wireless Home Digital Keyboard

Tja, und wieso habe ich mich für genau diese Komponenten entschieden?

Gehäuse:
Die Vorgaben waren: (µ)ATX, 43er Hifi-Abmessungen, maximal 15cm hoch, Display und silberne Front. Die meissten Gehäuse scheitern an der Höhenvorgabe, da sie das Netzteil hochkant verbauen. Das Antec-Gehäuse ist sehr gut verarbeitet, und hat ein schön durchgedachtes Konzept. Es ist in drei Kammern unterteilt: in der ersten sitzen das Display, das optische Laufwerk und das Netzteil. Davon komplett getrennt ist der zweite Bereich in dem das Mainboard sitzt. Hier gibt es im Gegensatz zu vielen anderen HTPC-Gehäusen keinen Platz für lärmende 60mm Lüfter, sondern es können bis zu zwei 120mm Lüfter an der Seite neben dem Mainbord verbaut werden. In der letzten Kammer ist der Platz für zwei Festplatten, die durch Gummidämpfer leisegestellt werden. Das 430 Watt Netzteil welches Antec mitliefert ist angenehm leise, wurde in einem akuten Anfall von Perfektionismus doch noch ersetzt. Die beiden 120mm Lüfter gehen allerdings gar nicht, selbst auf “Low” machen sie ziemlichen Radau und wurden direkt rausgeworfen…

Prozessor:
Ich schwankte lange zwischen Intel Core2Duo und dem AMD. Für die Intel CPU sprechen die geringe Abwärme und die hohe Rechenleistung pro Takt. die AMD Athlons sind allerdings ein ganzes Eck günstiger, und in den Energy-Efficient Varianten haben sie auch “nur” 65 Watt TDP. Ein weiteres Argument “pro” AMD ist das Thema Mainboard. Es gab zu diesem Zeitpunkt keine Mainboards in der Intel-Welt mit brauchbarer Onboard-Grafik (lies: DVI oder HDMI mit HDCP) und einer Soundkarte mit Toslink-Ausgang. Wenn man noch eine Soundkarte oder gar Grafikkarte verbauen muss kippt das Preis/Leistungsverhältnis weiter Richtung AMD.

Prozessorkühler:
Nach enttäuschenden Erfahrungen mit einem Papst-CPU-Kühler (selbst der AMD boxed war leiser!) bin ich eine Weile bei Zalman hängen geblieben. Das Problem bei <= 15cm Gehäusehöhe ist das die heute üblichen Monstertürme nicht reinpassen, und die klassischen runden Zalman-Kühler waren lange die leiseste Alternative. So war der HTPC schon sehr leise, aber als Scythe einen flachen CPU-Kühler rausbrachte der auch passiv betrieben werden kann (mit Unterstützung der Gehäuselüfter natürlich) habe ich auch hier nochmal getauscht.

Gehäuselüfter:
Die Gehäuselüfter waren ein Tip von Rainer. Und in der Tat, die Scythe Lüfter sind extrem leise, die Werksangabe ist 8,4db. Da erübrigt sich jegliche Lüftersteurung. Nach dem Wechsel auf einen passiven CPU Kühler habe ich zur Sicherheit einen zweiten Gehäuselüfter verbaut.

Mainboard:
Nach einem niederschmetternden Versuch mit einem Asus-Mainboard auf AMD690G Basis (Das Grundkonzept des Mainboards war gelinde gesagt für die Tonne – PCI-Express-Grafikkarte nur unter verzicht auf den Toslink-Ausgang möglich, hallo?) bin ich mittlerweile bei einem Abit Board mit GeForce 7050 Onboard-Grafik gelandet. Was den AMD Grafikchip aus dem Rennen warf war die mangelhafte Unterstützung unter Linux. In einem HTPC will man Videoscaling in Hardware haben, und der Chip könnte es im Grunde auch – unter Windows. Also auf zu NVidia. Zuerst nahm ich ein Board mit GeForce 6150, ebenfalls von Abit. Mit DVI, Toslink und einem hinreichend potenten Grafikchip entsprach es fast genau meinen Anforderungen. Das einzige was fehlte war ein COM-Port für den Anschluss des IR-Receivers, aber das konnte ich durch einen Griff in die Kramkiste und die Verwendung einer entsprechenden PCI-Karte lösen. Als vor kurzem die Aufrüstung meines normalen PCs anstand habe ich das Board dann dort verbaut und bin fuer den HTPC auf ein neues Abit-Board mit besserer Grafikkarte verbaut (geForce 7050). Die Gründe dafür waren HDMI-Ausgang mit HDCP (letzteres ist noch uninteressant, aber es kann ja nicht schaden) und der bessere Hardware-Scaler der 7050. Leider hat das Board auch keinen COM-Port, von daher muss ich die PCI Karte erstmal weiterverwenden bis ich einen gescheiten USB-IR-Receiver finde. Falls ich den dedizierten Myth-TV Server mal aufgeben sollte sind genug Steckplätze für die DVB-S Karten vorhanden.

Arbeitsspeicher:
Auf der Suche nach günstigem Speicher bin ich bei Aeneon gelandet, der “Billig”-Schiene von der Ex-Infinion Speichersparte. Was soll ich sagen? Läuft und läuft und läuft. Bei den heutigen Speicherpreisen (*seufz*) würde ich vermutlich wieder MDT kaufen.

Festplatte:
Die WD-Festplatten sind derzeit das leiseste und kühlste was man am Markt kriegt. Drei Jahre Herstellergarantie, gute Performance und ein günstiger Preis sind auch nicht zu verachten, also war die Entscheidung hier ziemlich einfach.

DVD-Brenner:
Hier gibts nicht viel zu sagen. Als ich den ersten Hardware-Kauf für den HTPC gemacht habe gab es nicht viele schwarze SATA-Brenner, Samsung hatte in einigen Tests gut abgeschnitten und daher hab ich den Brenner spontan gekauft. Da das meisste eh vom MythTV Server kommt und ich einen sehr guten DVD-Player sowie SACD-Player habe wurde das Laufwerk nach der Installation des Betriebssystems eh kaum noch genutzt.

Netzteil:
Ebenfalls eine Empfehlung von Rainer war das Netzteil. Zuerst habe ich das in meinem normalen PC verbaut – eigentlich dachte ich das das alte Netzteil schon leise war, aber das Be Quiet ist mehr als leise. Beim letzten Umbau des HTPCs (CPU-Kühler) habe ich kurzentschlossen das gleiche Netzteil dann auch in den HTPC gesetzt, seitdem ist Ruhe im HiFi-Rack.

Tastatur/Maus:
Ab und an muss man doch mal mit der Tastatur an das System. Da ich nicht jedesmal eine USB/PS2 Tastatur und Maus an das System anschliessen wollte war die Entscheidung für ein drahtloses Set leicht. Das Problem bei der Sache war dann nur etwas zu finden was gut ausschaut und die Mausfunktion direkt in der Tastatur integriert hat. Die Sharkoon Tastatur war dann etwas teurer als geplant, aber dafür erfüllt sie alle Ansprüche und lässt sich leicht in der Schublade im TV Rack verstauen.