HTPC 3.0 (Januar 2012)

 

Nachdem die Hardware meines HTPC 2.0 jetzt fast genau 2 Jahre alt geworden ist fingen in den letzten Wochen die Probleme an. Beim Wechsel in den Videomodus blieb der Rechner einfach stumpf stehen. Tausch aller denkbaren Komponenten gegen die aus dem zweiten HTPC liess nur einen Schluss zu: defektes Mainboard. Das loeste dann eine Kettenreaktion aus, da AM2+/AM3 Boards mit NVIDIA-Grafik nicht mehr zu bekommen sind (nur auf Ebay zu horrenden Preisen), AMD bzw. Intel Grafik leider unter Linux ein leidiges Thema ist (sofern es um hardware-unterstuetztes dekodieren von Videos geht), und ich den Atom-Systemen eher skeptisch gegenueber stehe.

Folgende Hardware ist es dann geworden:

Mainboard: Asus P8H61-M (neu)
CPU: Intel Celeron G530 (neu)
CPU Kuehler: Titan TTC-NC25/HS (neu)
Ram: 2 * 2 GB Corsair DDR3 (neu)
Grafikkarte: Asus GT520 Silent (neu)
SSD: Kingston 16GB S100 Series
DVD-Brenner: Samsung SH-S183L (LS) SATA
Gehäuse: Antec Fusion
Gehäuseluefter: 2 * Scythe Slipstream 500
Netzteil: PicoPSU-120-WI25
Tastatur/Maus: Enermax Aurora Micro Wireless

Die SSD und die Gehaeuseluefter sind im Ramen der “Modellpflege” zwischenzeitlich in den HTPC gekommen. Die CF-Karte mit IDE-Adapter war nicht mehr wirklich zeitgemaess. SATA ist da von der Verkabelung, Performance und auch Preis/Leistung interessanter.

Neu gekauft habe ich das Board, CPU, Ram, Kuehler und Grafikkarte. Die CPU und Chipsatzfrage war schnell geklaert – die kleinste Sandy Bridge CPU die im zweifelsfall auch fuer Software-Decoding genug Wumms hat, und den kleinsten passenden Chipsatz. Von daher: Celeron G530 und H61 Chipsatz. Das SATA 6G vom H67 Chipsatz brauche ich nicht, auch nicht mehr als 4 SATA Ports in Summe. Der Formfaktor war ja durch das Gehaeuse vorgegeben. Das Asus-Board hat auch einen HDMI Ausgang, sowie einen RS-232 Port und Toslink. Ich habe also alle Optionen um auch ohne zusaetzliche Grafikkarte arbeiten zu koennen. Beim CPU Kuehler habe ich mich fuer den Titan TTC-NC25 entschieden, da er passiv kuehlt (voellig ausreichend fuer die CPU, insbesondere da ja fuer einen guten Luftdurchfluss im Gehaeuse gesorgt wird), und da er durch die niedrige Bauform auch in kleinere Gehaeuse passt. Die Grafikkarte war auch schnell gefunden – der GT520 Chip von NVIDIA ist fuer den HTPC-Einsatz optimal – stromsparend, neueste Pure Video Engine. Die Asus-Karte ist passiv gekuehlt (wie beim CPU-Kuehler ein Muss), hat einen HDMI Ausgang (inkl. einenem Soundchip), und kann auch als Low-Profile Variante eingesetzt werden (die noetigen Slotblenden liegen bei).

Gesagt getan, alles wurde zusammengebaut:

Ohne das IDE-Kabel ist das Innenleben direkt viel aufgeraeumter. Der CPU-Kuehler ist etwas heikel, durch die niedrige Bauform darf auf dem Mainboard nichts im Weg sein. Ich haette ihn gerne um 90 Grad gedreht montiert, damit die Luft direkt durch die Kuehlrippen gezogen werden kann, aber das passte leider nicht. Auch so ist es Millimeterarbeit, wie man auf dem folgendem Foto auch sieht:

Die Installation vom alten HTPC konnte ich komplett uebernehmen, ich musste nicht eine Konfigurationsdatei anpassen. Ich habe dann aber doch mal den Vergleich gemacht: wie schlaegt sich das System ohne NVIDIA Karte mit reinem Software-Decoding. Verwendet habe ich dabei die “CPU++” Einstellung von MythTV, die duerfte das qualitativ hochwertigste Bild bringen. Das Scaling und Deinterlacing der NVIDIA-Karte via VDPAU erzeugt aber trotzdem fuer meinen Geschmack das bessere Bild, insbesondere wenn man es sich auf 106″ (Leinwand) anschaut.

Beim Stromverbrauch gab es ein erstaunliches Ergebnis:

Ausgeschaltet: 0W (ohne Grafikkarte), 0W (mit Grafikkarte)
MythTV-Menue: 30W (ohne Grafikkarte), 30W (mit Grafikkarte)
Wiedergabe TV-Aufnahme 576i: 34W (ohne Grafikkarte), 39W (mit Grafikkarte)
Wiedergabe TV-Aufnahme 720p: 36W (ohne Grafikkarte), 38W (mit Grafikkarte)
Wiedergabe TV-Aufnahme 1080i: 45W (ohne Grafikkarte), 41W (mit Grafikkarte)
Wiedergabe Demo-Video 1080p: 38W (ohne Grafikkarte), 36W (mit Grafikkarte)

Die Darstellung des MythTV-Menues scheint mit nur der Intel GPU nicht optimal zu sein, oder die NVIDIA-Karte ist “idle” wirklich sehr stromsparend – ich konnte keinen Unterschied im Stromverbrauch feststellen. Bei den restlichen Werten stehe ich auch recht ratlos da – Vorteile fuer die NVIDIA bei 1080i/p, am deutlichsten bei i. Da wuerde ich ja vermuten das die Karte das Deinterlacing einfach effiziennter schafft, aber das wuerde den deutlichen Mehrverbrauch bei 576i nicht erklaeren.

Alles in allem ist mein neuer HTPC sicher nicht das Mass der Dinge wenn es um moeglichst geringen Stromverbrauch geht, da waere eine Loesung rein auf Intel Basis ohne dedizierte Grafikkarte am besten. Leider faellt das derzeit noch mangels Unterstuetzung durch MythTV raus. In der kommenden 0.25er Version soll sich das aendern, ich reiche dann demnaechst mal ein Update nach.