Darkland (Mai 2011)

 

Nach ueber 4 Jahren, in denen mir mein kleiner SOHO-Server treue Dienste geleistet hat, wurde es Zeit fuer ein Update. Hauptgruende waren die Performance und die Energieeffizienz der Sandy Bridge CPUs, und vor allem der Wunsch eine vernuenftige Hotplug-Loesung fuer die Festplatten zu haben.

Das passende Mainboard und der zugehoerige Prozessor waren schnell gefunden: Ein Intel Core i3-2100T auf einem Intel DB65AL Mainboard. Das Board ist laut der c’t das sparsamste x86-Mainboard was sie jemals in den Fingern hatten, und die Ausstattung passt genau auf mein Anforderungsprofil: 6*SATA, ein PCIe x4 Slot fuer eine Dualport-Netzwerkkarte, ein PCIe x1 Slot fuer die TV-Karte, ein “echter” PCI Slot sowie ein nicht nur fuer Grafikkarten nutzbarer PCIe x16 Slot. IDE und Floppy brauchte ich nicht, die serielle schon. Dazu kommt das Intel (logischer weise) auch eine eigene Onboard-NIC verbaut, und nix von Realtek. Der Prozessor hat mehr als genug Leistung, und  begnuegt sich mit maximal 35W TDP. Die Kombination von Board und CPU mit 4 GB Ram und einer Vertex 2 SSD kommt (an einem alten gammeligen Netzteil) auf nette 20 Watt Stromverbrauch (idle), da muss sich macher Atom-basierte PC anstrengen…

So sieht das ganze im neuen Gehaeuse noch sehr uebersichtlich aus. Bei der Gehaeusewahl waren mir 3 Punkte wichtig: Platz fuer 9 5,25″ Geraete, Netzteil am Gehaeuseboden und Kabelmanagement. Nicht all zu teuer und ein dezentes Aussehen gab Bonuspunkte. Das Sharkoon T9 Economy erfuellt alle Punkte, und ist mit 40 EUR auch nicht zu teuer. Natuerlich darf man da nicht die Verarbeitung von Chieftec oder LianLi erwarten, aber richtig Grund zur Klage gibts auch nicht: Spaltmasse ok, keine scharfen Kanten, passt also. Das Kabelmanagement ist auch ok, und da bei dem letzten Posting zu meinem PC die Frage aufkam wie es denn dann unter dem Mainboardtraeger aussieht:

Blieb die Suche nach einer brauchbaren SATA-Backplane die nicht gleich 80 oder 100 EUR kostet. Es sollten insgesamt eine SSD und 6 Platten in das Gehaeuse passen. Die 5:3 Backplanes (5 Platten auf den Platz von 3*5.25″) kann man direkt streichen, zum einen sind sie viel zu teuer, zum anderen laesst oft auch die Belueftung der Platten zu wuenschen uebrig. 4:3 Backplanes haben ebenfalls oft das Problem der Plattenbelueftung, also war die naechste Alternative mich bei den 3:3 Backplanes umzuschauen. Einzelne Wechselrahmen braeuchten zwar den gleichen Platz im Gehaeuse, haben dann aber keine oder nur kleine (und damit laute) Luefter, vereinfachen die Verkabelung nicht, und sind auch preislich nicht interessant.

Ich habe mich dann fuer 3 Zalman ZM-HDR1 entschieden, bei denen kann man die Anschluesse gut erreichen, es sind normale 92er Luefter verbaut, die Teile sind bezahlbar, und es ist auch mehr als genug “Platz” damit die Luft auch ordentlich an den Platten vorbei ziehen kann. Insbesondere ist die eigentliche Backplane-Platine so  minimalistisch gehalten das auch genug Luftdurchsatz ermoeglicht wird. Bei der Mechanik der Einschuebe zeigt sich dann aber auch wieso die Backplanes so guenstig sind: Sie rasten nicht so leicht ein wie man sich das wuenschen wuerde, man muss schon mit sanfter Gewalt nachdruecken. Da es mir aber nicht darum ging jeden Tag 42 mal die Platten zu wechseln, sondern nur die Moeglichkeit zu haben eine defekte Platte “on the fly” ohne Kabelgefriemel zu tauschen, ist das nicht allzu dramatisch.

Die Verkabelung wurd dann in dem Gehaeuse doch etwas eng, aber wie man sieht passte dann doch alles:

Platz fuer die benoetigten Steckkarten war auch:

Ein Problem ergab sich dann noch mit der SSD in der Kombination mit den Zalman-Backplanes. Die SSD (auf der sich das Betriebssystem befindet) passt dummerweise nicht in die Wechselrahmen:

Die Rahmen ansich sind zwar schoen gemacht, die Platten sind ohne Werkzeug und schrauben einsetzbar und vibrationsdaemmend gelagert, aber es ist nicht moeglich 2,5″ Laufwerke zu montieren. Die 9 Laufwerkseinschuebe des Gehaeuses waren aber nun schon mit den Backplanes voll – wohin also mit der SSD? Der erste Gedanke war ja sie zu verkaufen und gegen ein 3.5″ Modell zu ersetzen, aber ich habe dann noch eine geschicktere Loesung gefunden:

Eine Slotblende und 2 Schrauben aus der Restekiste, kombiniert mit dem original 3,5″ Adapter von OCZ ergeben eine preisguenstige (und im Prinzip ja auch Hotplug-faehige) Befestigung fuer die SSD.

Fertig eingebaut sieht das ganze dann so aus:

Und zum Abschluss der ganze Server-Innenleben nochmal in voller Pracht:

Da schon 3 Leute im Vorfeld angekuendigt haben den Server so (oder so aehnlich) nachbauen zu wollen gibts hier noch die genaue Teileliste:

1 * Sharkoon T9 Economy Gehaeuse
3 * Zalman ZM-HDR1 SATA Backplane
1 * bequiet! Straight Power E7-400 400 Watt Netzteil
1 * Intel DB65ALB3 Mainboard
1 * Intel Core i3-2100T Prozessor
2 * G.Skill RipJaws DIMM Kit 4GB PC3-10667U CL7-7-7-21
1 * Arctic Cooling AF12025 PWM Gehaeuseluefter
1 * Tevii S480 Dual DVB-S2 PCIe x1 TV-Karte
1 * HP NC360T Dual Port PCIe x4 Gigabit Netzwerkkarte

Einzig der zusaetzliche SATA-Controller fehlt in der Liste, hier habe ich mich noch nicht endgueltig fuer ein Modell entschieden. Vorschlaege sind natuerlich willkommen…