Tja, nachdem ich lange lange Zeit mit dem XBMC als universellen Videoplayer hoechst zufrieden war offenbarte das kuerzlich gekaufte Component-Video-Kit eine kleine Schwaeche der schwarzen Kiste: Sie kann zwar schoen 720p zum Fernseher schieben, aber die 733MHz CPU ist fuer entsprechendes Video-Decoding doch etwas zu schwach auf der Brust.

Nunja, schwupps wurde mein Server/Workstation-Kombisystem durch eine kleine Hardwaretransfusion wieder zum reinrassigen Server (inklusive 8 MB Onboard-PCI Grafik, dafuer aber endlich mit PCI-X fuer den guten 3ware Controller), und die ueberzaehligen Komponenten ersmtal temporaer in ein kleines Minitower-Gehaeuse geschraubt…

Da steht er also nun, der erste Schritt in Richtung HTPC. Die Hardware besteht aus:
- Asus A8N-SLI Premium Mainboard
- AMD Athlon64 X2 4400
- Arctic Cooling CPU Kuehler
- GeForce 7600 GS Grafikkarte
- 1 GB DDR400 Ram (2 Module, Dual-Channel)

Das ganze erstmal direkt ergaenzt mit einem DVD-Rom, DVD-Brenner und einer 160er Platte – was halt noch so in den Schubladen lag. Eigentlich wollte ich das ganze uebers Component-TV-Out der Grafikkarte mit dem Fernseher verbinden, aber das ging gar nicht. Ein rasch gekauftes DVD->HDMI Kabel wirkte da wahre Wunder, astreines Bild in 720p als auch 1080i/p. Erstaublich leise ist das ganze System, trotz ungedaemmtem Gehaeuse. Was natuerlich fehlt ist eine Funktastatur und/oder eine Moeglichkeit das System fernbedienbar zu machen. Das wird aber erstmal vertagt, denn vorher gibts wichtigere Dinge zu klaeren :-)

Soweit ist das ganze also. Als naechstes muss dann jetzt die Frage der Software geklaert werden. Ich hoere jetzt viele Leute rufen “Nimm Windows XP MCE!”, aber das moechte ich nach Moeglichkeit vermeiden. Im Linux-Lager gaebe es VDR, MythTV oder FreeVo. Ich werde mir das in den naechsten Tagen (oder Wochen? im Dezember ist immer so wenig Zeit…) mal anschauen und mich dann fuer eine Loesung zu entscheiden. Ein erster kurzer Test mit den WMVHD-Demofiles von Microsoft war schonmal recht schick, wobei die kurioserweise unter Windows nicht zur Mitarbeit zu bewegen waren – mplayer hatte keinerlei Promleme :-)

 

…wenn du beim Verlassen der Doenerbude einen Lolli geschenkt bekommst.

 

Ok, shameless plug das ich StudiVZ in den Title schreib, aber es geht ja auch um den Laden…

Da kommt man nach ein paar Tagen Urlaub wieder ins Netz, nimmt sich etwas Zeit und arbeitet den Heise-Newsticker auf. Was findet man? Ein guter alter Freund von dem man zu lange nix mehr gehoert hat taucht in einem News-Artikel auf. Da wird natuerlich gleich groesseres Interesse an dem Thema geweckt was zuerst aussah wie “da hat mal wieder schnell nen Portal ausm Boden gestampft und sich keine Gedanken ueber Konzepte und Datenschutz gemacht”.

Tja, Datenschutz. Heikles Thema, was wie mein Umfeld weiss mir auch persoenlich sehr am Herzen liegt. Das aeussert sich im privaten durch ignorieren von Payback und Co, bewusstem Abmelden von OpenBC (wieso sollte ich DENEN alle meine Daten geben, hallo?), im Telefonbuch steh ich nicht, der Generalverda.. aehm die VDS macht mir Bauchschmerzen, genau wie alles andere was jetzt als Terrorismusbekaempfung laeuft, das Maut-System ist mir ein Dorn im Auge, usw usw. Auch bei StudiVZ haette ich mich sicher nicht angemeldet, und nach dem was ich in den letzten Stunden versucht habe nachzuvollziehen ist es doch eher induskutabel.

Tja, im Grunde ein typisches Beispiel fuer “falsch auf entdeckte Sicherheitsluecken reagiert”. Wenn die Luecke nicht weitlaeufig bekannt ist kann man mit vertuschen unter Umstaenden ja durchkommen, aber spaetestens wenn Heise drauf anspringt ist das im deutschsprachigem IT-Raum schwierig bis unmoeglich. Aber darum soll es hier nicht gehen, und auch nicht um die soziale Komponente eines Systemes wie StudiVZ und was dort alles an gutem und schlechten passiert.

Nein, das Thema heisst eher Datenschutz. Joerg-Olaf hat in seinem Notizblog ja schon die Grundlagen gelegt. Bis vor einem halben Jahr musste/durfte ich mich beruflich damit auseinander setzen und kanns sagen: Ja, der Datenschutz, und insbesondere der Datenschutzbeauftragte, sind die Quelle vieler Raetsel, Legenden und Missverstaendnisse. Nicht das ich sie alle aufklaeren koennte und alle Antworten wuesste, dafuer ist das Thema viel zu komplex…

Am Anfang steht direkt die Frage: Wer braucht eigentlich einen Datenschutzbeauftragten? Das Land Niedersachsen hat hier das ganz gut zusammengefasst, das folgenden Zitat stammt von dort:

Die Unternehmen haben einen betrieblichen Beauftragten für den Datenschutz schriftlich zu bestellen, wenn sie bei der automatisierten Datenverarbeitung mindestens 5 Arbeitnehmer oder bei Verarbeitung auf andere Weise mindestens 20 Personen beschäftigen.

Von vielen Kunden aus dem Mittelstand habe ich dann immer gehoert “aber unsere Personalabteilung hat nur 2 Mitarbeiter, wir brauchen sowas nicht!”. Tja, schoen, aber interessiert mal nicht weiter. Wer kommt alles ans Outlook-Adressbuch oder ans CRM? Wieviele Vertriebler haben Zugriff auf Kundendaten fuer Angebote? Wieviele Admins haben Einblick auf Kundendaten fuer Abrechnungszwecke? Wie man sieht, man kommt sehr schnell auf eine Zahl groesser als fuenf, und schon ist man in der Pflicht.

Zum Thema “wer darf/sollte es sein?”: Es gibt keine Pruefung, Ausbildung oder aehnliches, was natuerlich ein grosses Manko ist. Es darf auch, wie Joerg-Olaf richtig schrieb, niemand von der Geschaeftsleitung oder sonst ein “hoeherer” Mitarbeiter sein – da waere ja der Interessenskonflikt vorprogrammiert. Der Datenschutzbeauftragte untersteht direkt der Geschaeftsleitung und ist dieser gegenueber in dieser Funktion als bDSB weisungsberechtigt. Er darf auch nicht wegen seiner Funktion benachteiligt werden – was ihn zu einem schwierigen Mitarbeiter macht, sofern er die Aufgabe ernst nimmt. Viele Unternehmen tendieren daher dazu einen externen Datenschutzbeauftragten zu bestellen, was ich persoenlich aber auch fuer schwierig halte. Gut, sicher fuer Firmen wie meinen Ex-Arbeitgeber ein gutes Geschaeft, aber ob das in der Praxis wirklich funktioniert? Schliesslich kann man einen externen Mitarbeiter/Partner/betreuendes Unternehmen recht schnell austauschen wenns nicht mehr gefaellt – und das kann im Bereich Datenschutz natuerlich schnell passieren. Ganz davon abgesehen das sich der bDSB auch mit den Prozessen und Vorgaengen im Unternehmen auskennen sollte – schwierig bei einem externen Datenschutzbauftragten.

Sicher ist es schwierig fuer ein Unternehmen Datenschutz konsequent umzusetzen und einzuhalten. Sicher ist es auch nicht in allen Faellen hundertprozentig moeglich. Aber man sollte es zumindest ernsthaft versuchen.

In einem Fall wie StudiVZ ist es natuerlich noch viel wichtiger es zu tun. Hier sind aber scheinbar die Hausaufgaben nicht gemacht worden – sowohl im Umgang mit den Problemen als auch mit der evtl. falschen Person als Datenschutzbeauftragter. Aber liebe StudiVZ, die personenbezogenen Daten die ihr habt sind eure Geschaeftsgrundlage. Wenn damit was schiefgeht kann das ganz schnell das Aus bedeuten – ich als hypothetischer User wuerde jetzt ganz fix meine Daten soweit es geht selber loeschen und fuer den Rest nen T5F hinterher schicken. Wenn erstmal das Vertrauen in eine Plattform weg ist bricht das Geschaeftsmodell direkt zusammen. Oder doch frei nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert…?

 

Passend zum letzten Eintrag: ich glaub ich bestell mir dieses kleine USB-gesteuerte Waffensystem. Und wenn ich mir dann noch dieses T-Shirt bestelle und damit auf die Strasse geh werd ich bestimmt von der naechsten Streife mit dem finalen Rettungsschuss erlegt…

 

Alles wird gut! Die Welt wird wieder gruen und alle haben sich lieb, wenn wir nur “Killerspiele” verbieten und das Internet gleich mit zensieren….
Was grad auf Onlinekosten.de auftauchte ist mal so richtig realitaetsfremd…

Onlinekosten.de schreibt:

Für den Fall, dass ein Verbot dazu führt, dass Spiele verstärkt unkontrolliert übers Internet oder als so genannte Grau-Importe nach Deutschland gelangen, schlagen die Gutachter des Bundestages vor, “auch eine Regelung zur Zugriffsbeschränkung für Internetseiten mit entsprechenden Inhalten zu erlassen”. Das sei schon deshalb sinnvoll, da “die Verbotsregelung grundsätzlich geeignet ist, den Vertrieb von ‘Killerspielen’ zu unterbinden oder zumindest erheblich einzuschränken”.

Sicher. Nicht nur das mittlerweile durchsickert das die Computer-Spiele von dem Amok-Laeufer nichts mit dem Amoklauf zu tun hatten (siehe die diversen Artikel bei Telepolis, Spiegel, der Welt usw usw), jetzt ist gleich das komplette Internet mitschuld und soll direkt mitzensiert werden. Was macht es da schon das sich der Typ mit “realen” Ballerspielen die Zeit vertreibt und sich die Waffen ohne Probleme (zugegeben, via Internet) besorgen konnte… Einmal Camperstrike gespielt und schon ist man verdorben fuers Leben. Sicher. Hauptsache man hat 5 Minuten nach der Meldung “Amoklauf” in den Agenturen schon die Erklaerung parat. Ich wuerde eher sagen: technische Mittel (Zensur etc) sind keine Lösung für soziale Probleme, und genau um solch ein Problem handelt es sich hier – wenn man dem Abschiedsbrief glauben darf.

So. Ich muss grad mal raus und ein paar Pflastersteine werfen, ich treff bei Tetris die Luecke nie und bin total frustriert. Danach spring ich ein paar Schildkroeten auf den Kopf und hoffe das Super Mario Brothers gleich mitverboten werden…

 

Zumindest hat mir das YogSototh grad bestaetigt :-)

<IronEagle> oha und ich krieg grad pruegel :P
<IronEagle> hat sich wer nen ipod gekauft, laeuft in die beschissenen einschraenkungen von itunes und dem player an sich rein
<IronEagle> ich sag das er sich da scheisse gekauft hat
<IronEagle> und nu macht er mich an :)
<YogSototh> IronEagle: Wie, im Blog?
<IronEagle> ne. oldschool im irc
<YogSototh> Buh, IRC ist so Web 0.2

Aber wer selbst im irc haengt sollte vielleicht nich so ganz grosse Toene spucken :-) Ok, immerhin nutzt er einen grafischen Client und ich haeng hier noch mit irssi rum…

© 2012 cyberdelia.de Suffusion theme by Sayontan Sinha