Schoen schoen.
Da berichtet Heise ueber den ESX Server 3.0, und baut dabei dann allerdings ein paar richtig fette Fehler rein. Naja, offenbar haette man besser die VMware Pressemitteilung lesen sollen, da stands naemlich richtig drin. Macht ja nix, fix ne Mail an den Autor des Beitrags getippert, auch ne Antwort bekommen (“Danke fuer die Hinweise”)… Korrigiert wurde aber nur der kleinste aller Fehler. *nerv*

Fuer die Interessierten also mal die Liste was alles falsch ist:

1. “VMware virtualisert ganze Rechnernetze”. Tolle Neuigkeit. Machen sie ja auch erst seit Jahren. Komplette Netze, DMZ-In-A-Box, rein interne Netze, VLAN Trunks usw usw. Nichts was auch nur annaehernd neu fuer die 3er Version ist oder auch nur von VMware so beworben wuerde.

2. Im ersten Abschnitt gewinnt man den Eindruck das VMware (als ESX bzw. VirtualInfrastructure) alle Resourcen (Speicher, Rechenleistung usw) ueber alle ESX Hosts zusammenfasst und bei Bedarf auch einer einzelnen VM bereit stellt. Is nicht, war nicht, wird (so schnell) nicht. Das Limit ist immer noch: aller Hauptspeicher einer VM muss auf einem Server sein, genauso wie alle CPUs (max. 4 pro VM). WAS VI3 machen kann ist das es Maschinen (automatisch oder nur als Vorschlag) ohne Downtime von einem physikalischen Host zum naechsten verschieben kann wenn dort mehr CPU oder RAM frei ist.

3. VI3 beruht nicht auf anderen Produkten wie ESX3. Den gibts als einzelnes Produkt nicht mehr zu kaufen. Man koennte fast sagen das er umbenannt wurde. Ok, das ist vielleicht ein wenig grenzwertig, kann man so oder so sehen. Aber die Dokumentation zum ESX endet mit 2.5.3, die Doku vom ESX3 laeuft komplett unter “VI3″. Was aber definitiv Fakt ist: der ESX3 ist sicher kein bestehendes Produkt.

4. Das Dateisystem VMFS ist nicht neu, das hatte der ESX Server schon immer und war (ist) eine der Grundlagen fuer die gute Performance des Systemes. Auch das Zusammenfassen mehrerer Partitionen/Luns/whatever ala LVM war schon lange moeglich (aber eine dumme Idee, sollte man nicht tun). Ebenso der Zugriff mehrerer ESX Server auf ein gemeinsames VMFS auf shared SCSI oder SAN ist schon ewig da…

5. DRS und das Backupmodul gehoeren nicht zum Lieferumfang sondern sind Aufpreispflichtig. Das Backupmodul backupped auch alleine genau gar nichts, sondern sorgt nur dafuer das nicht in jeder VM ein Backupagent installiert sein muss, die Platten einer VM werden an eine weitere Helfer-VM gemounted in der dann der 3rd Party Agent laeuft.

6. HEY, das wurde ja mal korrigiert. Urspruenglich stand dort noch das die Trial-Version verfuegbar ist, der Link fuehrte aber direkt zu einer “kommt demnaechst” Downloadseite bei VMware.

Tjaja. Von der Meldung mal abgesehen, der ESX3 sieht recht vielversprechend aus, und scheint auch guenstiger zu sein als die Vorgaengerversion. Insb. die Starter-Version duerfte gut einschlagen, zumindest wenn ich so auf meine viele viele Jahre als Consultant auch fuer VMware Produkte zurueckblicke. So eine Lizenz/Version haette ich (und meine Kunden) mir damals gewuenscht :-)

Achja. Andere interessante Neuerungen wie iSCSI und NAS Support, Erweiterung von vSMP auf max. 4 CPUs, die Aenderungen im virtuellen Netzwerkbereich, im Unterbau, in der Service-Console werden im Artikel gar nicht mal erwaehnt. Juchu!

P.S. Der Link zum Artikel

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