DSL in die Pampa. Leicht gesagt, mal eben ne Funkstrecke aufbauen. Wozu arbeitet man seit Jahren mit Netzwerken, is ja kein Ding. Bisschen WLan-Equipment, Kompass, Fernrohr, und ab gehts. Aber wie so oft im Leben steckt die Tuecke im Detail.

Es ging also darum das Haus meiner (quasi) Schwiegereltern mit bezahlbarem breitbandigem Internet zu versorgen. “natives” DSL gibts in dem Ort nicht, wirds auch nicht geben. Die Leitungsdaten der Telekom sind da recht eindeutig: entweder es wird 8km Glas fuer ne Handvoll DSL-Kandidaten verbuddelt oder es wird Diaspora bleiben. Alternative Anbieter sind nicht in Sicht gewesen, und die Netzabdeckung mit UMTS ist ebenfalls nicht existent.

Also schwupps ein Paerchen D-Link Accesspoints gekauft, dazu noch nen Satz Yagi-Antennen mit 19dBi und auf zu den lustigen Feldversuchen. Ein AP samt Antenne ins offene Fenster gestellt, mit dem anderen Krams zu einer Araltanke in 4km Entfernung gefahren. Ok, die haben ein wenig bloed geschaut als wir ankamen und nach strom fragten, aber haben uns dann doch werkeln lassen. Die Verbindung klappte auf Anhieb, ohne grosses Ausrichten der Antennen. Wir waren begeistert :)
Eine passende “permanete” Gegenstelle war auch schnell gefunden, die beiden Antennen fest montiert, und wir konnten in den Testbetrieb gehen. Unser Dank geht hier an die Firma die uns Unterschlupf gewaehrt und uns auch knappe 3 Monate ihr DSL mitnutzen lies. Ergebnis des Testlaufes: mit Ausruestung fuer ca. 200 EUR + Montagematerial kann man problemlos eine legale 4km WLan-Strecke aufbauen.

Was man jedoch vermeiden sollte (oder sich der Einschraenkungen bewusst sein):

D-Link Accesspoints!
Zwei konkrete Aufreger: Zum einen gehen die Access-Points nach einem Firmware-Update generell wieder auf die Default-Settings zurueck. Doof wenn die Buechse 4km entfernt steht und dort niemand mehr ist der die Tuer aufmachen koennte. Da aber wegen dem zweiten Aufreger am “DSL”-Ende der Strecke eh ein Linuxrechner steht halb so wild, die Einstellungen kann man mit links auch remote aendern. Der andere Aufreger hat die Kosten fuer die Strecke dann direkt verdoppelt: Die Kisten koennen kein WPA im Bridgemode. Da wir nicht wollten das jeder alles mitlesen kann (WEP halt…) mussten 2 Linuxsysteme her die dann mit OpenVPN fuer die noetige Sicherheit sorgen.

Telekom!
Der ISDN-Anschluss den wir mitbenutzen ist ein Anlagenanschluss. Damit fallen alle Anbieter fuer DSL ausser T-Com selber raus. Nix mit gesponsorter Einrichtungsgebuehr oder gleich nem Resale-Anschluss. Die Einschraenkung ist auch rein organisatorischer Natur, vom technischen her sind Anlagen- und Mehrgeraeteanschluss 100% identisch. *nerv* Immerhin gabs einen Gratis-Wlan-Router zum aus-dem-Fenster-werfen dazu.

Immerhin laeuft jetzt alles wie es soll, auch stoerungsfrei und mit den erlaubten 100mW Sendeleistung. Und was passiert jetzt? Eine Firma versorgt alle umliegenden Orte mit Wlan. Zumindest konnten wir uns mit den Frequenzen einigen….

Details zu der Funkstrecke gibts gern auf Anfrage.

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